Salomo und die Königin von Saba

Live-Sendung aus Anlass eines Staatsbesuchs im Jahre 950 v. Chr.

Kurzfilm „Das Urteil des Salomo“ 4:45 Min. · mit Untertiteln

Bilder KI-generiert, angelehnt an die Vorlagen im CD-Beiheft (Jerusalem zur Zeit Salomos, Elfenbein-Sphinx, Tempel Salomos). Ton: Original-Hörprobe.

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Hörprobe „Das Urteil des Salomo“

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Schauplatz
Jerusalem
Zeit
950 v. Chr.
Beiträge
18 Titel

Worum es geht

Mit einer Karawane voller Reichtümer trifft die sagenhafte Königin von Saba in Jerusalem ein – ein Staatsbesuch der Superlative. Die Reporter berichten vom Tempel Salomos, vom berühmten Urteil und von einer erotischen Lyrik-Matinee. Doch zwischen Pracht und Weisheit melden sich auch Bauarbeiter, Steuerzahler und Kritiker zu Wort: „Pomp auf Pump“.

Ausführlicher Hintergrund: die Texte aus dem CD-Beiheft

Pressestimme

So präsentiert sich also beispielsweise das Treffen von König Salomo mit der Königin von Saba, als wär’s ein Staatsbesuch von heute: in Live-Einstiegen von den Schauplätzen der Begegnung, Expertendiskussionen und Hintergrundberichten aller Art – all das sorgsam recherchiert auf dem Boden heutigen Wissens, wie es damals gewesen sein könnte.

Die Presse, „Wenn Bücher klingen“, 2000

Begleitheft zur CD · Vol. 6

Aus dem Beiheft

Die Begleittexte und Abbildungen aus dem gedruckten Heft zur CD „Salomo und die Königin von Saba“. Der Wortlaut folgt dem Heft einschließlich seiner Schreibweisen; nur die Typografie wurde vereinheitlicht und offensichtliche Druckfehler wurden berichtigt.

Kapitel 1 Das goldene Zeitalter der Bibel

Sein Glanz überstrahlt die Jahrtausende. Auch wer viele andere Gestalten der biblischen Geschichten längst nicht mehr im Gedächtnis hat, kennt noch den Namen des großen Königs Salomo. Er baute den berühmten Tempel in Jerusalem. Und sprichwörtlich geworden sind seine sagenhafte Weisheit wie sein märchenhafter Reichtum und Luxus.

Nur einmal in seiner dreitausendjährigen Geschichte hat das Volk der Juden für eine kurze Zeit den Rang eines orientalischen Großreichs besessen. Nur einmal stand ein König an seiner Spitze, der sich in Macht, Reichtum und Bildung mit den großen Fürsten der alten Welt messen konnte. Kein Wunder, dass diese Epoche schwärmerisch verklärt wurde, als Einheit und Wohlstand schon bald verloren waren, und das Volk der Juden wieder als Spielball der Großmächte um sein Überleben kämpfen musste.

Spätere Generationen malen das Bild eines „Goldenen Zeitalters“: „So war der König Salomo größer an Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden. Und jedermann brachte ihm jährlich Geschenke, silberne und goldene Geräte, Kleider und Waffen, exotische Gewürze, Rosse und Maultiere. Und der König brachte es dahin, dass es in Jerusalem so viel Silber gab wie Steine und so viel Zedernholz wie wilde Feigenbäume in den Tälern…“ Der Bericht vom Besuch der exotischen Königin aus dem fernen Weihrauchland von Saba versammelt den ganzen Märchenglanz dieser Epoche auf einen Punkt: Reichtum und Macht, Weisheit und Schönheit, Luxus und Erotik – eine Begegnung, die bis heute die Phantasie der Menschen bewegt.

Dass dieser ganze Reichtum vom einfachen Volk mit unerträglichen Lasten erkauft wurde – das hat die Nachwelt vielfach verdrängt. Und der Glanz währte nur ein Menschenleben lang. Als Salomo starb, zerfiel sein Reich und das Volk Israel spaltete sich in zwei rivalisierende Kleinstaaten. Tausend Jahre nach Salomo setzte dann ein einfacher Wanderprediger aus Nazareth der verklärten Erinnerung seine eigene Vision vom einfachen Leben entgegen: „Seht die Lilien auf dem Felde an wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Und doch sage ich euch: Selbst Salomo in aller seiner Pracht ist nicht gekleidet gewesen wie eine von ihnen.“

Farbfoto einer durchbrochen geschnitzten Elfenbeintafel vor schwarzem Grund: Eine geflügelte Sphinx mit menschlichem Gesicht, hoher Krone und Löwenkörper schreitet nach rechts zwischen stilisierten Pflanzen, eingefasst von einem Bogen mit Kreisornamenten. Oben links ist die Bildunterschrift in das Foto gedruckt.
Phönizische Elfenbein-Sphinx. So werden in der Bibel die kostbaren Schmuckelemente in Salomos Palast und Tempel beschrieben.

Kapitel 2 Ein Herrscher setzt sich in Szene

Salomo war kein genialer Eroberer wie sein großer Vater David. Dem war es mit einer gutgedrillten Privatarmee gelungen, die bis dahin bedeutungslosen und rückständigen Stammesverbände der Judäer und Israeliten zur Führungsnation im Vorderen Orient zu machen. Für einen kurzen Augenblick der Geschichte waren die alten Großmächte an Euphrat und Tigris, am Nil und in Kleinasien geschwächt durch zugewanderte Nomadenvölker – zu ihnen hatten die Israeliten in Kanaan auch selbst einmal gehört. Auch Salomo profitierte von dieser politischen Großwetterlage: Über 40 Jahre konnte er sein orientalisches Weltreich ohne Krieg behaupten und als „Friedenskönig“ in die Geschichte eingehen.

Dabei war sein Regierungsantritt alles andere als friedlich verlaufen: Als spätgeborener Sohn Davids mit der skandalumwitterten Bathseba stand er in der Erbfolge weit hinten. Doch Aufstandsversuche und Hofintrigen dezimierten die Konkurrenten. Schließlich siegte der Einfluss der Lieblingsfrau auf den altersschwachen David. Salomo wurde Großkönig von Israel und ließ mit dem Schwert dafür sorgen, dass es keinen Nachkommen Davids und auch sonst keinen Mann von Einfluss mehr gab, der ihm den Thron streitig machen konnte.

Historische Karte des Reiches König Salomos vom Roten Meer bis zum Orontes. Beschreibung siehe Text unter der Karte.
Das Reich des König Salomo
Kartenbeschreibung

Die Karte zeigt das Gebiet zwischen Mittelmeerküste und Arabisch-Syrischer Wüste. Eine gestrichelte Linie umgrenzt das Reich Salomos von Ezeon-Geber am Roten Meer im Süden bis zum Reich von Hamath im Norden.

An der Küste, von Norden nach Süden: Arvad, Byblos, Sidon, Tyrus, Akko, Dor, Japho, Asdod, Askalon und Gaza; dazu die Landschaften Phönizien und Philistäa mit Gath.

Im Norden: das Reich von Hamath mit Hamath am Orontes, Kades und Ribla, Berothai sowie das Aramäerreich von Damaskus mit Damaskus.

Im Kernland: Israel mit Dan, Kabul, Megiddo, Beth-Sean, Sichem, Ramoth und Mahanaim; am Jordan Jericho; Juda mit Geser, Jerusalem, Hebron und Beer-Sheba. Östlich Ammon mit Rabba und Moab mit Zoar, im Süden Amalek, Edom mit Bozra und Sela, Kadesch und der „Bach Ägyptens“.

Oben links steht in der Karte der Titel „Das Reich des König Salomo“.

Außenpolitisch sicherte Salomo seine Herrschaft durch eine kluge Doppelstrategie: Zum einen schuf er ein schlagkräftiges Berufsheer und rüstete es mit der damals modernsten Streitwagen-Waffentechnik aus. Strategische Orte ließ er nach dem neuesten Stand der Festungsbaukunst in uneinnehmbare Verteidigungsanlagen verwandeln.

Daneben entfaltete Salomo eine für heutige Verhältnisse kaum nachvollziehbare diplomatische Heirats-Aktivität. Kein Fürstengeschlecht in der damaligen Welt, das ihm nicht eine Tochter zur Frau gab. Siebenhundert solcher Prinzessinnen soll schließlich sein Harem umfasst haben – dazu noch einmal zweihundert Nebenfrauen, mit denen er sich die Gefolgschaft anderer einflussreicher Familien sicherte. Als Krönung dieser besonderen Art von Friedenspolitik konnte Salomo schließlich sogar eine Tochter des ägyptischen Pharao heimführen – dazu einige strategisch wichtige Grenzstädte als Mitgift.

Spätestens hier musste der damaligen Welt deutlich werden: Das frühere Sklavenvolk der Judäer und Israeliten war dabei, einen eigenen Platz in der Geschichte einzunehmen. Noch zwei Generationen zuvor waren die zersplitterten Stämme ein wehrloses Opfer der Philister-Kolonialherrschaft und räuberischer Nachbarvölker. Nun kamen die Herren vom Euphrat bis zur Grenze Ägyptens und brachten ihre Tributgeschenke. Jerusalem wurde für eine kurze Zeit zum Mittelpunkt der Welt.

Das war nicht zuletzt ein Erfolg der Selbstinszenierung, mit der sich Salomo in Szene zu setzen verstand. Seiner Herkunft nach war er nur der Sohn eines zum Herrscher aufgestiegenen Söldnerführers. Aber er wollte mehr sein: Ein orientalischer Märchenkönig, der sich auf allen Gebieten mit den Großen der Geschichte messen konnte: In militärischer Macht und diplomatischem Einfluss, in Reichtum und Luxus, als Unternehmer und Bauherr, als Weiser und Dichter. Und er spielte diese Rolle schließlich so gut, dass er wirklich ein orientalischer Märchenkönig wurde.

Zeichnung einer Stadtansicht: Auf einem lang gestreckten Hügel ziehen sich dicht gedrängte Häuser nach rechts hinauf zu einer großen, ummauerten Anlage mit Tempel und Palast; unten ein Tal mit Wegen. Oben links ist die Bildunterschrift ins Bild gedruckt.
Jerusalem zur Zeit Salomos. Tempel und Palast nahmen ebenso viel Platz ein wie die alte Davidsstadt.

Kapitel 3 Ein königlicher Unternehmer

Farbige ägyptische Wandmalerei: Ein Mann mit rotbrauner Haut und weißem Schurz führt einen leeren, zweirädrigen Streitwagen mit sechsspeichigen Rädern an der Deichsel; davor steht ein angeschirrtes graublaues Pferd mit roter Mähnenzeichnung nach rechts. Oberfläche stellenweise abgeplatzt.
„… und sie brachten herauf aus Ägypten den Wagen für 600 Silberstücke und das Pferd für 150. Dann führten sie sie wieder aus an alle Könige der Hethiter und der Aramäer..“ Salomo beteiligte sich auch am internationalen Waffenhandel durch den Export von eigens ausgebildeten Streitwagen-Gespannen.

Salomo hatte von seinem Vater ein Reich übernommen, das geografisch im Zentrum der damaligen Welt lag. Durch sein Herrschaftsgebiet führten die wichtigsten Verkehrswege, die Arabien und Ägypten mit den phönizischen Seehäfen und mit den Handelszentren in Nordkanaan, Kleinasien, Mesopotamien und Syrien verbanden. Salomos Friedenspolitik garantierte verlässliche Konditionen für den internationalen Warenverkehr. Damit schuf sich der König eine sichere Einnahmequelle aus Zöllen und Abgaben. Zugleich eröffnete er israelitischen Kaufleuten die Möglichkeit, ihre Waren zu exportieren und sich am weltweiten Handel zu beteiligen.

Derjenige, der diese Chancen am erfolgreichsten zu nutzen verstand, war Salomo selbst. Mit unternehmerischem Geschick baute er den königlichen Hof in Jerusalem zu einem internationalen Konzern aus. Überall im Land ließ er „Speicherstädte“ für den Zwischenhandel mit landwirtschaftlichen Produkten und exotischen Luxusgütern anlegen. Er unterhielt nicht nur die modernste Streitwagen-Armee der Region, sondern ließ in seinen Garnisonen auch zusätzliche Gespanne ausbilden, die er mit großem Gewinn exportierte.

Durch die Angliederung des Landes Edom hatte Israel einen Zugang zur Sinai-Halbinsel und zum Roten Meer gewonnen. Auch daraus zog Salomo unternehmerischen Nutzen. An der Stelle, wo heute die israelitische Stadt Eilath liegt, gründete er den Hafen von Ezeon-Geber. Er ließ eine eigene Flotte bauen, die regelmäßige Expeditionen in ein geheimes Land „Ophir“ unternahm, von wo man Gold, wertvolle Hölzer und allerlei kostbare exotische Güter mitbrachte. Ausgrabungen auf dem Sinai haben Bergwerke und Hüttenanlagen freigelegt, in denen Salomo Kupfer und Eisen schmelzen und zu Gebrauchsgegenständen und Werkzeug verarbeiten ließ.

Fachkräfte für seine Unternehmungen musste Salomo vor allem im Ausland anwerben. Sein eigenes Volk hatte sich ja bis dahin vor allem von der Landwirtschaft ernährt. Schon David hatte enge Kontakte zum Herrscherhaus der phönizischen Stadt Tyrus angeknüpft. Salomo baute diese Beziehungen aus zu einer intensiven Handelspartnerschaft. Werftarbeiter aus Tyrus bauten Salomos Schiffe, die – gegen einen Gewinnanteil von 20 Prozent – von phönizischen Seeleuten geführt wurden. Phönizische Architekten planten die Palast-, Tempel- und Festungsbauten Salomos, tyrische Kunsthandwerker schmückten sie aus.

Im Libanon ließ der König von Tyrus ganze Zedernwälder für Salomos Prunkbauten schlagen und verschiffte sie nach Israel. Der sandte Fronarbeiter und bezahlte mit Öl und Getreide aus den Zwangsabgaben seiner Bauern. Dennoch stiegen die Auslandsschulden und der König von Israel sah sich schließlich gezwungen, dem Nachbarn zwanzig Ortschaften abzutreten. Offensichtlich kein ganz fairer Handel, denn als der Phönizier die Städte besuchte, befand er sie für wertlos und schickte Salomo einen ungehaltenen Brief.

Strichzeichnung eines ägyptischen Segelschiffs: langer, an den Enden hochgezogener Rumpf, ein Mast mit breitem Segel und vielen Tauen, an Deck Ladung, Pflanzen und Tiere, Ruderer an den Seiten.
„…denn der König hatte Tarsisschiffe … die kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen…“ Das sagenhafte biblische Goldland „Ophir“ lag wahrscheinlich in Afrika. Die Ägypter nannten es „Punt“ und machten es schon tausend Jahre vor Salomo zum Ziel ihrer Schiffs-Expeditionen.

Kapitel 4 Die Königin aus dem Weihrauchland

Farbfoto eines Frauenkopfes aus rötlichem Stein oder Bronze, leicht nach links gewandt, mit glatt anliegendem Haar und tief ausgehöhlten Augen; Oberfläche an Wange und Hals beschädigt.

„Und sie kam nach Jerusalem mit riesigem Gefolge und mit Kamelen, schwer beladen mit exotischen Gewürzen, Gold und Edelsteinen…“ Was die Bibel „Gewürze“ nennt, waren vor allem Weihrauch und Myrrhe – zwei zu jener Zeit unendlich kostbare Duftstoffe, die alle Völker des Altertums für ihre Tempelgottesdienste und Bestattungsriten brauchten.

Weihrauch und Myrrhe sind aromatische Harze. Sie werden aus Pflanzen gewonnen, die fast ausschließlich im Süden Arabiens wachsen. Dort – im heutigen Yemen – hatte das arabische Volk der Sabäer ein Paradies in der Wüste geschaffen. Archäologen haben Zeugnisse dieser alten Kultur ausgegraben, unter anderem den riesigen Staudamm der alten sabäischen Hauptstadt Marib. Er sammelte das Wasser aus den umliegenden Bergen und bewässerte Ackerland für 300.000 Menschen – in einer Region, in der selbst nie ein Tropfen Regen fällt.

Ihren Reichtum gewannen die Sabäer aus dem Handel mit exotischen Luxusgütern. Die Hafenstädte an der südarabischen Küste waren schon im frühen Altertum durch einen dichten Seeverkehr mit den Küsten Afrikas und Indiens verbunden. Kostbare Stoffe und künstlerische Raritäten, Gold und Edelsteine, Gewürze und fremdartige Tiere wurden – gemeinsam mit den Eigenprodukten Weihrauch und Myrrhe – durch Kamelkarawanen nach Norden exportiert. Hier fanden sie dann ihren Weg an die Fürstenhöfe Babyloniens, Ägyptens und Vorderasiens – und über den phönizischen Seehandel weiter bis nach Nordafrika und Europa.

Dieser Fernhandel war nur möglich, weil solche Waren extrem leicht waren und bei den um Glanz und Prestige wetteifernden Königen und Superreichen jener Zeit exorbitant hohe Preise erzielten. Denn für die damaligen Verhältnisse mussten unvorstellbare Entfernungen überwunden werden. Die Routen führten durch Wüsten und über hohe Gebirge. Jede Benutzung einer Wasserstelle, jeder Durchzug durch das Herrschaftsgebiet eines fremden Stammes oder Staates musste durch Verträge gesichert und mit Abgaben erkauft werden. Hinter einer Handelsmission wie der der Königin von Saba stand eine politische und diplomatische Organisationskunst, die der ihres Gastgebers Salomo zumindest ebenbürtig war.

Die volkstümliche Überlieferung hat das Treffen in Jerusalem zu einer Romanze verklärt. Salomo gilt in der Sage wegen seines standesgemäßen Harems ohnehin als Frauenheld. Und der „Königin des Südens“ wurde – ebenso standesgemäß – eine märchenhafte Klugheit und Schönheit angedichtet. War sie womöglich ein verkleideter Wüstendämon? Bildhaft malen jüdische und christliche Sagen aus, wie Salomo sich Gewissheit verschaffte, ob die fremdländische Herrscherin unter ihren langen Gewändern nicht doch einen Bocksfuß versteckte: Er ließ sie über polierten Marmor und einen Wassersteg schreiten. Und was er auch immer erblickte – es war kein Ziegenhuf.

Historische Karte der Handelsstraßen vom Mittelmeer bis Südarabien. Beschreibung siehe Text unter der Karte.
Handelsstraßen der alten Welt
Kartenbeschreibung

Die Karte zeigt das Gebiet vom Mittelmeer mit Zypern im Norden bis zum Königreich Saba an der Südspitze Arabiens. In der Mitte liegt das Rote Meer, westlich davon Ägypten mit dem Nil, Heliopolis, Memphis und Theben, südlich Äthiopien; östlich die Syrisch-Arabische Wüste.

Im Norden: das Reich des Salomo mit Jerusalem und Gaza, an der Küste Tyrus und Sidon, im Binnenland Hamath, Palmyra, Damaskus und Bozra; am Euphrat und Tigris Assur, Ninive und Babylon. Am Golf von Akaba Ezeon-Geber (Elath), daneben die Halbinsel Sinai.

Gepunktete Linien verbinden die Orte als Handelswege. Entlang der arabischen Küste führt die „Weihrauch-Straße“ (mit einer gezeichneten Kamelkarawane) von Saba nach Norden; durch das Rote Meer verlaufen die „Ophir-Fahrten Salomos“.

Im Königreich Saba: Marib, Timna, Cana und Mauza. Unten links steht in der Karte der Titel „Handelsstraßen der alten Welt“.

Doch die stolze und reiche Königin habe es abgelehnt, ihrem Gastgeber auch nur die geringste Zuwendung zu gestatten. Der kluge Salomo wusste auch hier eine List: Nach einer zielstrebig überwürzten Mahlzeit habe sich die Sabäerin schließlich genötigt gesehen, zuerst die bereitgestellten Getränke des Königs in Anspruch zu nehmen, danach den König selbst. Wieder daheim, so will es die Legende wissen, habe die Königin einen Sohn geboren: den Urahn aller äthiopischen Herrscher, die fortan – bis zur Absetzung des letzten Kaisers Haile Selassie – den Titel „Löwe von Juda“ trugen.

Kapitel 5 Die Weisheit der Könige

„Und Gott gab Salomo große Weisheit und Einsicht und einen Verstand so weit, wie Sand am Ufer des Meeres liegt. Und die Weisheit Salomos war größer als in allen Ländern des Morgenlandes und größer als alle Weisheit Ägyptens…“ Weisheit – das war die Bildung jener Tage. Dazu gehörte ein umfassendes Wissen, gepaart mit Lebenserfahrung und kluger Einsicht in die Verhältnisse. Weisheit – das war die Regierungskunst der Könige und die notwendige Bildungsvoraussetzung für ihre Beamten und Richter.

Weisheit wuchs aus jahrhundertelang überliefertem Erfahrungswissen. Sie war in Ägypten zu Hause wie in anderen alten Kulturländern. Das junge Volk Israel hatte solche Traditionen nicht. Salomo musste seine Verwaltungsleute und Beamten deshalb im Ausland anwerben. Aber er machte große Anstrengungen, sein Volk an die Bildung der Zeit heranzuführen und eine eigene Beamtenschaft auszubilden.

Das kostete Zeit. Denn der internationale Schriftverkehr jener Tage erforderte nicht nur die Kenntnis mehrerer Sprachen, sondern auch die Beherrschung dreier völlig unterschiedlicher Schriftsysteme: ägyptischer Hieroglyphen, sumerisch-akkadischer Keilschrift und der neuen phönizischen Buchstabenschrift.

Auch auf dem Gebiet der Bildung wollte Salomo seinem Volk vorangehen. Und er tat das mit dem unstillbaren Ehrgeiz eines Autodidakten, der es immer wieder nötig hat, das neuerworbene Wissen auch öffentlich vorzuweisen. Der Bibel nach veröffentlichte Salomo ganze Lexika gereimter Lehrsätze zur Naturkunde. Und er beteiligte sich an höfischen Bildungswettkämpfen, bei denen um große Summen gewettet wurde. Nach dem antiken Historiker Dios ging es dabei nicht immer ganz fair zu: Nachdem König Hiram von Tyrus eine hohe Geldsumme verlor, weil er ein kunstvolles Wissensrätsel Salomos nicht lösen konnte, heuerte er einen Gelehrten namens Abdemon an. Der fand die Antwort und formulierte seinerseits so knifflige Fragen, dass Salomo passen – und zahlen musste.

Auch die Königin von Saba soll versucht haben, Salomo durch Rätselfragen zu prüfen. Das Ergebnis teilt uns die Bibel nicht mit. Dafür schreibt sie Salomo jene weltweit umlaufende Geschichte von den beiden Müttern zu, die nach dem Tod eines ihrer beiden Babys um das überlebende Kind streiten. Salomo befiehlt, den Säugling in zwei Hälften zu teilen und erkennt die echte Mutter an ihrem Verzicht. Im Begriff des „Salomonischen Urteils“ hat der Name des biblischen Königs bis in unsere Zeit überlebt.

Holzstich in Braun: Links thront ein bärtiger König mit Krone und weist mit erhobener Hand; vor ihm reißt ein muskulöser Mann mit Schwert ein Kleinkind am Arm empor, während eine Frau es festhält und sich ihm entgegenstemmt. Im Hintergrund Säulen und Zuschauer, am Boden vorn ein lebloses Kind.

Kapitel 6 Er baute den Tempel in Jerusalem

Den Plan hatte schon David gefasst: Die von ihm eroberte neue Hauptstadt Jerusalem sollte ein zentrales Staatsheiligtum erhalten. Doch nachdem er sich mit seinem Gott beraten hatte, verzichtete er vorläufig auf den Bau eines neuen Tempels. Stattdessen ließ er das alte Zeltheiligtum der „Bundeslade“ auf dem Zionsberg über der Stadt aufstellen.

Dem Repräsentationsbedürfnis seines Sohnes Salomo konnte solch eine simple Anbetungsstätte nicht genügen. So begann er bald nach seinem Regierungsantritt, das aufgeschobene Vorhaben Davids in die Tat umzusetzen. Das Projekt war gewaltig: Sieben Jahre lang waren 30.000 Fronarbeiter beschäftigt, das nötige Bauholz im Libanon zu schlagen, 150.000 arbeiteten in den Steinbrüchen und bei den Transportkolonnen.

Der Architekt und die Baufachleute kamen aus Phönizien. Sie richteten sich in ihren Plänen nach dem Muster des allgemeinen kanaanäischen Tempelbaus in der Region: Ein hohes Langhaus aus behauenen Kalksteinblöcken, links und rechts flankiert von niedrigeren Seitenflügeln. Das Tempelinnere bestand aus drei aufeinanderfolgenden Räumen: Durch eine Vorhalle gelangte man ins eigentliche Heiligtum, das von oben durch Fenster beleuchtet war. Dahinter lag, durch einen Vorhang abgetrennt, das abgedunkelte „Allerheiligste“. Bewacht von zwei Flügelwesen erhielt hier die alte Bundeslade ihren Platz, die man sich als Thron Gottes vorstellte. Diesen Raum durften allein der König und die höchsten Priester betreten – zum Zwiegespräch mit Gott.

Federzeichnung in Rotbraun: Ein großer, kastenförmiger Tempelbau mit zwei Säulen am Eingang, davor ein großes Becken auf Rinderfiguren; rechts ein Altar mit Treppe, von dem Rauch aufsteigt; im Vordergrund Menschen und eine Herde Rinder.

Der Bau erreichte mit 30 Metern Länge, 10 Metern Breite und 15 Metern Höhe nur eben die Größe einer heutigen Dorfkirche. Die Maße bestimmten sich durch die Belastbarkeit der Zedernstämme, die die Decke trugen. Solch ein Tempel war nicht als Stätte für religiöse Massenveranstaltungen gedacht, sondern als eine Art Ruhestätte Gottes. Für religiöse Feste gab es den großen ummauerten Tempelplatz. Hier standen der hohe Brandopferaltar und das „eherne Meer“ – ein riesiges, von Stierfiguren getragenes kupfernes Wasserbecken. Der Tempeleingang wurde nach kanaanäischem Vorbild von zwei ebenfalls aus Kupfer gegossenen riesigen Säulen flankiert.

Rotbraune Zeichnung eines fahrbaren Kultgeräts: Auf einem kastenförmigen Gestell mit reliefverzierten Seitenwänden und schrägen Beinen sitzt ein rundes, ornamentiertes Becken; unten vier sechsspeichige Räder an Achsen.
Fahrbares Kultbecken aus Zypern (1200 v.Chr.) wie es für den Tempel Salomos beschrieben wird.

Dass der Tempel Salomos zu seiner Zeit als Monumentalbauwerk galt, lag weniger an seiner Größe als an seiner verschwenderischen Innenausstattung. Die Wände wurden mit kostbaren Schnitzereien aus edlen Hölzern und Elfenbein getäfelt, das Allerheiligste war ganz mit Gold ausgekleidet. Die Einweihungsfeiern gerieten zu einer religiösen Rekordschau: Mehr als 20.000 Rinder und 120.000 Schafe wurden geopfert. Tempelchor und Orchester überstiegen jede damals bekannte Größe.

Doch sollte diese Pracht bald noch übertroffen werden durch den riesigen Palast, mit dem Salomo in den nächsten 13 Jahren die Fläche zwischen Tempel und Jerusalemer Altstadt überbaute. Optisch wurde der Tempel dadurch zu einer Art Hofkapelle degradiert. Das nährte bei vielen Israeliten den Verdacht, der Gott ihres Volkes sei nun in die Verfügungsgewalt des Königtums geraten.

Kapitel 7 Kein Herrscher nach Gottes Wohlgefallen

Strichzeichnung nach einer ägyptischen Wandmalerei auf rosa Grund: Männer im Lendenschurz stapeln Ziegel zu einer Mauer, schöpfen Wasser, kneten Lehm und tragen Lasten auf den Schultern.
Semitische Fronarbeiter auf einer ägyptischen Baustelle (1450 v.Chr.). Dass Gott die Vorfahren Israels aus diesem ägyptischen „Sklavenhaus“ befreite, gehört bis heute zu den Grundaussagen des jüdischen Glaubens.

Zehn Kapitel lang schwärmt die Bibel vom Glanz und Ruhm des Königs Salomo. Am Ende aber heißt es kurz und knapp: „Und der Herr war zornig über Salomo, der sein Herz von Jahwe, dem Gott Israels abgewandt hatte…“. Das erste Gebot Israels hieß: „Ich bin Jahwe dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Aber Salomo herrschte über ein Reich mit vielen Völkerschaften und Religionen. Und weil er vor aller Welt als aufgeklärt und tolerant gelten wollte, gestand er jeder Gruppe Kult- und Religionsfreiheit zu. So kam es, dass in den kanaanäischen Städten weiterhin die Fruchtbarkeitsgötter Baal und Astarte verehrt wurden. Der Glaube an den einen Gott Israels blieb fast nur noch auf die ungebildete Landbevölkerung beschränkt.

Auf die Spitze getrieben erschien dieser Zustand im königlichen Palast in Jerusalem. Jede der ausländischen Prinzessinnen brachte ihre einheimischen Priester mit und unterhielt ein eigenes Kultheiligtum im Harem. Seiner ägyptischen Hauptfrau ließ Salomo sogar einen ganzen Amun-Tempel errichten – kaum kleiner und kaum weniger verschwenderisch ausgestattet als der Tempel Jahwes nebenan.

Das schaffte den Nährboden für Fremdenfeindlichkeit und fundamentalistische Strömungen in Israel. Die Situation verschärfte sich durch die wachsende soziale Ungleichheit. Salomo hatte die Bewohner der neu eroberten Städte den „geborenen“ Israeliten gleichgestellt. Sie und die vielen ausländischen Experten waren es, die zuerst und vor allem vom Salomonischen „Wirtschaftswunder“ profitierten. Die angestammte Landbevölkerung aber litt unter Frondienst-Verpflichtungen und Abgabenlasten, die der neu organisierte Verwaltungsapparat aus ihnen herauspresste. Denn die Handels-Überschüsse reichten natürlich nicht aus, um die Kosten der luxuriösen Hofhaltung und der ambitionierten Neubauten zu finanzieren. Das Volk, das einst durch seinen Gott aus der ägyptischen Sklaverei befreit worden war, musste nun im eigenen Land Zwangsarbeit leisten.

Dabei sahen sich die israelitischen Nordstämme ungleich höheren Lasten ausgesetzt als die mit dem Königshof stammesverwandten Judäer. Selbst der für den Norden eingesetzte Fronvogt Jerobeam wandte sich gegen diese Ungerechtigkeit. Er musste um sein Leben fürchten und floh nach Ägypten. Als nach Salomos Tod das glänzende Großreich an Überschuldung und inneren Widersprüchen zerbrach, riefen die Ältesten der Nordstämme diesen Jerobeam aus dem Exil zurück und machten ihn zum König des abgespaltenen Teilstaates Israel.

Doch aus der durch Salomo neu gebildeten geistigen Elite wuchsen auch die Kräfte, die den alten Stammesglauben der Israeliten zur späteren Weltreligion formen sollten. Priester begannen, die überlieferten Gotteserfahrungen Israels aufzuzeichnen und legten damit den Grundstock für die Bibel der Juden und Christen. Und gegen die religiösen Machtansprüche des Königtums formierte sich im Namen Gottes eine neue intellektuelle Opposition: die Propheten.

Zeichnung in Braun: Eine ummauerte Festungsstadt auf einem flachen Hügel, mit Toranlage, Türmen und langen Reihen von Gebäuden mit Pfeilern. Oben rechts ist die Bildunterschrift ins Bild gedruckt.
Die alte Kanaanäerstadt Megiddo ließ Salomo durch Zwangsarbeiter zu einer Festung ausbauen.

Hörprobe zum Nachlesen: „Das Urteil des Salomo“

Textfassung der Hörprobe (4:33 Min.), die auch den Ton des Kurzfilms bildet. Maschinell transkribiert und redaktionell überarbeitet; einzelne Namen und Wendungen können vom gesprochenen Original abweichen.

Textfassung anzeigen

Man hört immer wieder von Salomos Würde und von seiner Weisheit. Besonders im Zusammenhang mit juristisch verzwickten Situationen spricht man schon sozusagen mit einem geflügelten Wort von den salomonischen Urteilen. Eigentlich sprechen, wie auch bei uns hier in Phönizien, die Ältesten im Rat das Recht bei Streitigkeiten. Aber wenn es besonders knifflig wird in Jerusalem, dann kommt eben Salomo selber zum Zuge. Dies ist eine öffentliche Veranstaltung, findet statt hinter dem Stadttor, da gibt es einen großen, schattigen Raum. Publikum ist nicht nur zugelassen, sondern auch erwünscht. Michael Clausing, das ist unser Reporter, ist dabei.

Ja, und die Gerichtsverhandlung, die ist hier schon in vollem Gange. Das heißt, im Moment tragen die beiden Frauen gerade ihre Klage vor – wobei „vortragen“ eigentlich die falsche Bezeichnung ist, „vorschreien“ trifft es wahrscheinlich besser. Die Klage hallt förmlich von den Wänden dieses Hofes. Natürlich richtet hier nur in besonderen Fällen der König, entweder da, wo seine Interessen entweder direkt betroffen sind, oder bei besonders komplizierten Anklagen, und das trifft heute durchaus zu. Dieser Fall heute, der scheint mir gut geeignet, seine sprichwörtliche Weisheit unter Beweis zu stellen, sozusagen wie bestellt.

Also, es geht um zwei Frauen, die beide etwa zur gleichen Zeit entbunden haben, und zwar in derselben Kammer. Das klingt auf den ersten Blick natürlich seltsam, erklärt sich aber aus der Tatsache, dass es sich bei den beiden um Damen der, sagen wir mal, etwas leichteren Art handelt. Es scheinen schwierige Geburtsumstände gewesen zu sein, und in der Tat hat auch nur einer der beiden Säuglinge überlebt. Die Mutter, die am Morgen dann ihr Kind tot in den Arm fand, die klagt nun die andere Frau an, die Kinder vertauscht zu haben.

Salomo, König Salomo, der sitzt etwas erhöht auf einem Richterstuhl. Der ist sehr üppig mit Pelzen ausgekleidet. Er hört schon die ganze Zeit sehr konzentriert zu. Das eigentliche Verhör, das führt einer seiner Beamten. Und man hat den Eindruck, dass der König die beiden Frauen sehr genau beobachtet. Ihm scheint hier wirklich nichts zu entgehen. Das Verhör ist offenbar fast zu Ende. Gleich wird das Urteil verkündet, auf das alle heute natürlich besonders gespannt warten.

Vielleicht noch ein Wort zur Königin von Saba. Bei ihr geraten die Männer ja jedes Mal ins Schwärmen. Allzu oft bekommen sie hier ja natürlich auch keine unverschleierte Frau außer der eigenen zu Gesicht. Sie sitzt sehr hoheitsvoll in ihrer Loge, in die sie Salomo vorhin geführt hat. Ihren Kopf hält sie immer etwas gebeugt, eine sehr wohl einstudierte Geste, macht ein nachdenkliches Gesicht. Jetzt schaut sie auf ihre gefalteten Hände.

Ah, ich glaube, es ist Zeit für das Urteil. König Salomo ist aufgestanden, ruft mit einer großartigen Handbewegung die beiden Frauen zu sich. Ja, jetzt ruft er einen Soldaten heran. Der nimmt das Kind an sich und hat dabei sein Schwert gezogen. Salomo sagt, wenn keine der beiden Frauen nachgibt, dann würde er das Kind einfach teilen lassen – das heißt, mit einem Schwert halbieren. Oje, ich sehe viele entsetzte Gesichter. Na ja, die Leute haben sich wohl gedacht, dass es heute ein besonderes Verfahren geben würde, schon allein wegen der Königin, aber mit so einem radikalen Urteil hat hier wohl niemand gerechnet. Im Moment noch eine atemlose Stille. Die Leute reden jetzt aufgeregt aufeinander ein. Auch die Königin von Saba scheint mir erschreckt zu sein. Sie hat ganz gegen ihre Gewohnheit einen Schleier vor das Gesicht geschlagen.

Die Klägerin hat ihre Faust gereckt. Sie stimmt dem Urteil offensichtlich zu. Die andere Frau hat die Hände vor das Gesicht geschlagen. Jetzt macht sie eine erregte Handbewegung zu ihrer Gegnerin hin, will offenbar das Kind lieber dieser Frau überlassen. Vor dem Richterstuhl sind inzwischen erregte Menschen zusammengelaufen. Sie bitten den König offenbar um Milde. Der geht jetzt zu dem Kind hin, nimmt es an sich, geht auf die Frau zu, die verzichtet hat, ja, und legt ihr den Säugling in die Arme. Er sagt: Wahre Liebe siegt. Er führt aus, dass man manchmal auf etwas verzichten muss und das dann rauskommt [Wortlaut unsicher]. Die Menge ist unglaublich begeistert. Die Königin von Saba hat ihren Schleier wieder zurückgeschlagen. Auch sie applaudiert, sehr vornehm. Respekt von allen Seiten für König Salomo – offenbar darf die Weisheit auch mal mit Tricks arbeiten.

Michael, ich danke Ihnen sehr für diese beeindruckende Schilderung eines, ich sag mal, trickreichen Urteils. Aber er hat geschafft, was zu schaffen war.

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